Neue ViSCO.mag: Leckagefreie Dosierung und sichere Prozessüberwachung bei der Träufelimprägnierung
Höhere Prozesssicherheit bei der Verarbeitung von Imprägnierharzen
Die Träufelimprägnierung ist ein bewährter und etablierter Fertigungsprozess in der Herstellung von elektrischen Antrieben. Durch die gezielte Aufbringung von Harz auf die Wicklungen von Statoren für Elektromotoren sowie auf andere elektrische Bauteile werden diese elektrisch isoliert, mechanisch stabilisiert und vor Umgebungseinflüssen geschützt. Nach dem Aushärtevorgang entsteht eine widerstandsfähige Struktur in der Isolation, welche die Wicklungen mechanisch stabilisiert, die elektrischen Eigenschaften der Isolationsschicht dauerhaft sicherstellt, die Bauteile zuverlässig vor thermischen und mechanischen Belastungen schützt, Vibrationen reduziert, die Robustheit der Wicklungen erhöht und damit wesentlich zur Leistungsfähigkeit und Lebensdauer moderner Elektromotoren beiträgt. Mit den steigenden Anforderungen an Energieeffizienz, Produktqualität und Rückverfolgbarkeit wächst gleichzeitig auch die Bedeutung einer präzisen und reproduzierbaren Dosiertechnik, weil die Qualität der Imprägnierung maßgeblich durch die Genauigkeit der Harzaufbringung bestimmt wird.
Präzise Dosierung als Grundlage reproduzierbarer Ergebnisse
Damit Träufelharze ihre Funktion zuverlässig erfüllen können, müssen diese mit hoher Genauigkeit und wiederkehrender Qualität aufgebracht werden. Die Erwärmung der Bauteile erfolgt dabei beispielsweise durch Induktion oder auch in speziellen Industrieöfen. Das Ziel ist es, ein optimales Fließ- und Eindringverhalten des Harzes zwischen den Wicklungen zu erzielen. Die Exzenterschneckenpumpen der ViSCO.series® ermöglichen eine kontinuierliche und pulsationsarme Förderung unterschiedlichster Medien von niedrigviskosen bis hin zu sehr hochviskosen 1K- und 2K-Harzsystemen. Förderleistung und Dosiergeschwindigkeit können exakt auf die jeweiligen Prozessanforderungen abgestimmt und geregelt werden. Dadurch entsteht ein gleichmäßiges Benetzungsbild und eine reproduzierbare Imprägnierqualität. Insbesondere bei automatisierten Produktionsprozessen ist diese Wiederholgenauigkeit ein entscheidender Faktor für eine stabile Fertigungsqualität und die Reduzierung von Ausschuss.
Magnetkupplung statt rotierender Dichtung
Ein wesentlicher Unterschied zu vielen konventionellen Exzenterschneckenpumpen liegt in der Abdichtungstechnologie. Während häufig Gleitringdichtungen oder Wellendichtringe zum Einsatz kommen, werden die Pumpensysteme mit einer Dauermagnetkupplung des Verbundunternehmens DST Dauermagnet-SystemTechnik GmbH ausgeführt, das die Dauermagnetkupplungen entwickelt und herstellt. Die Magnetkupplung ermöglicht eine hermetische Trennung zwischen Antrieb und Förderraum. Eine rotierende Dichtung ist nicht erforderlich. Dadurch entsteht ein vollständig leckagefreies System, das insbesondere bei anspruchsvollen Medien erhebliche Vorteile bietet. Träufel- und Imprägnierharze können durch ihre Zusammensetzung zu Anhaftungen, Verkrustungen oder erhöhtem Verschleiß an konventionellen Dichtungssystemen führen. Die Folge sind steigender Wartungsaufwand, ungeplante Stillstände und potenzielle Qualitätsrisiken. Durch den Verzicht auf dynamische Dichtungen werden diese Schwachstellen mit dieser Lösung konsequent vermieden. Die verschleißfreie Drehmomentübertragung erhöht somit auch die Anlagenverfügbarkeit und reduziert den Instandhaltungsbedarf erheblich. Je nach Anwendung bestehen darüber hinaus Möglichkeiten zur Spülung oder Temperierung des Dichtungsbereichs, um selbst anspruchsvolle Prozessbedingungen dauerhaft sicher zu beherrschen. Die Vorteile der Magnetkupplung beschränken sich dabei keineswegs ausschließlich auf die Verarbeitung von Träufel- und Imprägnierharzen. Die ViSCO.mag wurde grundsätzlich für Anwendungen entwickelt, in denen höchste Anforderungen an die Dichtheit und Betriebssicherheit gestellt werden. Insbesondere bei toxischen, gesundheitsgefährdenden, aggressiven oder anderweitig kritischen Medien sowie überall dort, wo konventionelle rotierende Dichtungssysteme aufgrund von Verschleiß, Emissionen oder erhöhtem Wartungsaufwand an ihre Grenzen stoßen, bietet die magnetgekuppelte Ausführung entscheidende Vorteile. Sie ermöglicht eine dauerhaft leckagefreie Förderung und trägt wesentlich zur Sicherheit von Mensch, Umwelt und Prozess bei.
Durchflussmessung und Verbrauchserfassung in Echtzeit
Neben der präzisen Förderung gewinnt die kontinuierliche Überwachung des tatsächlichen Materialeinsatzes zunehmend an Bedeutung. Moderne Produktionsprozesse verlangen nicht nur eine exakte Dosierung, sondern auch deren lückenlose Nachweisbarkeit. In Verbindung mit dem Verbundunternehmen VSE GmbH können die Dosiersysteme daher um hochpräzise Volumenmesstechnik erweitert werden. Je nach Medium und Anforderung kommen dabei Zahnradvolumenzähler oder Schraubenspindelzähler zum Einsatz. Diese Systeme ermöglichen eine direkte und sichere Erfassung des tatsächlich geförderten Materialvolumens. Die reale Durchflussmenge wird kontinuierlich überwacht und mit den vorgegebenen Sollwerten abgeglichen. Abweichungen können unmittelbar erkannt und dokumentiert werden. Dadurch lässt sich nicht nur der tatsächliche Verbrauch an Träufel- und Imprägnierharz exakt bestimmen, sondern auch eindeutig nachvollziehen, welche Materialmenge auf welches Bauteil aufgebracht wurde.
Prozessqualitätsmanagement und Rückverfolgbarkeit
Die Erfassung und Dokumentation der Dosierdaten leisten einen wichtigen Beitrag zum modernen Prozessqualitätsmanagement. Chargenbezogene Auswertungen, Verbrauchsprotokolle sowie die Rückverfolgbarkeit einzelner Fertigungsschritte gewinnen insbesondere in qualitätskritischen Branchen zunehmend an Bedeutung. Die Kombination aus präziser Dosiertechnik und integrierter Volumenmesstechnik schafft die Voraussetzung für eine hohe Prozesssicherheit und eine belastbare Qualitätsdokumentation. Produktionsdaten können gespeichert, ausgewertet und in übergeordnete Steuerungs- oder Qualitätssicherungssysteme eingebunden werden. Damit wird aus einem reinen Dosierprozess ein transparenter und nachvollziehbarer Fertigungsschritt, der sowohl interne Qualitätsanforderungen als auch steigende regulatorische Anforderungen unterstützt.
Die Anforderungen an die Träufelimprägnierung gehen heute weit über die reine Förderung von Harzen hinaus. Gefordert sind reproduzierbare Dosierergebnisse, maximale Anlagenverfügbarkeit sowie eine lückenlose Dokumentation des Materialeinsatzes. Durch die Kombination einer präzisen Dosiertechnologie mit leckagefreien Magnetkupplungssystemen und einer integrierten oder optionalen Durchflussmessung mittels Zahnradvolumen- oder Schraubenspindelmessern entsteht ein komplettes Konzept. Es verbindet Wirtschaftlichkeit mit hoher Prozesssicherheit und schafft die Grundlage für eine moderne, qualitätsgesicherte Fertigung elektrischer Antriebskomponenten. Insbesondere dort, wo Zuverlässigkeit, Produktqualität und Rückverfolgbarkeit entscheidend sind, bieten intelligente Komponenten wie Pumpen und Durchflussmesstechnik für die Dosier- und Messtechnologien einen nachhaltigen Mehrwert für Hersteller, Prozesse und die Produkte von morgen.
Veröffentlicht: 01. September 2026